Berlin: Lehrer und Lehrerinnen werden bald wieder Beamte

Der Berliner Senat hat sich lange dagegen gewehrt, Lehrkräfte zu Beamten zu machen. Im Wettbewerb um Fachkräfte mit anderen Bundesländern habe die Hauptstadt nun keine andere Wahl, glauben SPD, Grüne und Linke.

Der Berliner Senat hat sich lange dagegen gewehrt, Lehrkräfte zu Beamten zu machen.

Im Wettbewerb um Fachkräfte mit anderen Bundesländern habe die Hauptstadt nun keine andere Wahl, glauben SPD, Grüne und Linke.

Berlin – Wegen des Fachkräftemangels an Berliner Schulen wollen SPD, Grüne und Linke Beamte anwerben.

Darauf haben sich die drei Parteien in ihren Koalitionsverhandlungen geeinigt.

„Wir haben uns klar für die Versetzung von Lehrern in den öffentlichen Dienst ausgesprochen“, sagte die SPD-Landesvorsitzende Franziska Giffey am Mittwoch.

Für die Hauptstadt ist es ein extremer Standortnachteil, wenn alle Bundesländer außer Berlin Beamte haben.

Ein solcher Schritt könne nicht der einzige sein, um dem Lehrermangel entgegenzuwirken.

Allerdings muss verhindert werden, dass weiterhin jährlich 700 Lehrer in andere Länder abwandern.

Giffey sprach von einem “wichtigen Großprojekt in dieser Legislatur”.

Berlin hat den Lehrkörper vor rund zwei Jahrzehnten abgeschafft.

Laut Giffey ist nun geplant, diese Praxis ab dem Schuljahr 2023/24 wieder aufzunehmen.

Ein entsprechendes Angebot soll dann neuen Lehrkräften, aber auch bestehenden Lehrkräften unterbreitet werden, sofern sie die Altersgrenze von 45 Jahren noch nicht überschritten haben.

Allerdings gibt es in diesem Zusammenhang noch einige offene Fragen, die die Koalitionäre in spe, so Giffey, dem neuen Senat mit auf den Weg geben werden.

Zu klären ist daher, ob die Altersgrenze für einen bestimmten Zeitraum angehoben werden kann und wie ein Nachteilsausgleich für Lehrkräfte aussehen könnte, die nicht Beamt werden können oder wollen.

Eine weitere Frage ist, ob eine Pensionskasse eingerichtet werden muss.

Beamte haben hohe Pensionskosten.

Die drei Parteien, die seit 2016 gemeinsam regieren, gehen laut Giffey davon aus, dass zwischen 14.000 und 17.000 Berliner Lehrerinnen und Lehrer verbeamtet werden können.

Rund 7000 konnten keine Beamten werden.

Grüne Verhandlungsführerin Bettina Jarasch nannte weitere Projekte im Kampf gegen den Personalmangel an Schulen: „Wir müssen sehen, was wir an den Hochschulen tun können, um eine bedarfsgerechte Ausbildung zu ermöglichen.“ Dazu muss zunächst der Bedarf ermittelt werden.

Außerdem muss untersucht werden, warum so viele Lehramtsstudierende ihre Ausbildung an den Universitäten abbrechen.

Inzwischen hatten neben Berlin auch andere Bundesländer auf den Beamtendienst für Lehrerinnen und Lehrer verzichtet – unter anderem mit Blick auf hohe Rentenbelastungen.

Angesichts des Fachkräftemangels setzen inzwischen alle Bundesländer außer Berlin wieder auf das Instrument.

Lehrerinnen und Lehrer im Beamtenverhältnis haben – bezogen auf ihr gesamtes Berufsleben – höhere Bezüge und Ruhegehälter als angestellte Lehrerinnen und Lehrer.

Die Koalitionsverhandlungen zwischen SPD, Grünen und Linken haben am 22. Oktober begonnen und gehen langsam zu Ende.

Am Mittwoch standen die Themen Innere Sicherheit und Modernisierung der Verwaltung auf der Tagesordnung, am Donnerstag sollen Haushalt und Finanzen behandelt werden.

Schließlich will die Parteispitze am Freitag über offene Punkte sprechen und den gesamten Koalitionsvertrag finalisieren.

Gelingt das, soll es am Samstag der Öffentlichkeit präsentiert werden.

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Danach müssen noch die Parteigremien und bei den Linken die Abgeordneten dem Regierungsprogramm zustimmen.

Danach will Giffey am 21. Dezember zur Bürgermeisterin im Repräsentantenhaus gewählt werden.

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